Meine Gedanken zur „Solidaritätsbekundung des 1. FC Köln mit dem DITIB“ – ein Beitrag von Thorsten Kraft

Der 1. FC Köln verkauft sich neuerdings bei Auswärtsspielen und in sozialen Netzwerken bewusst weltoffen. Weltoffen und „anti-rassistisch“. Das ist gut, denn Sport soll vorallem Kulturen und Menschen miteinander verbinden und nicht spalten. Das wohl beste Beispiel dafür lieferte 1970 die Fohlenelf, die als erster Bundesligist in Tel Aviv einen großen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Israel und Deutschland leistete.

Doch eignet sich hierfür die politisch instrumentalisierte DITIB-Moschee? Oder ist diese Symbolik vielmehr ein Kniefall vor der nationalistischen Türkei und dem politischen Islams. Ein Gebäude, das für so vieles steht – vorallem jedoch für die Auferstehungsträume des „Osmanischen Reichs“ des Despoten am Bosporus, der das türkische Religionsministerium dort predigen lässt? Denn was auf den ersten Blick nach einer „netten Idee“ aussieht, bekommt auf den zweiten Blick einen Faden Beigeschmack.

Deutliche Kritik für die Auswahl der Moschee gibt es vorallem auch von Ali Ertan Toprak. Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) veröffentlichte eine Stellungnahme dazu auf Facebook: „Die wenigsten hätten mit einer Moschee ein Problem, wenn diese DITIB-Zentral-Moschee wirklich für das stehen würde, wofür der 1. FC Köln vorgibt zu stehen. Aber die DITIB-Moschee steht genau für das Gegenteil!“

Außerdem könne man nicht von der „türkischen Community“ reden. Diese sei alles andere als homogen: „Die sogenannte ‚türkische Community‘ ist genau aufgrund der Ideologie und Politik, die diese Moschee repräsentiert, gespaltener denn je. Was ist das hier für ein Verständnis von Vielfalt? Erst an dem Tag, wo diese Moschee allen Menschen offen steht, wie der Kölner Dom für alle Menschen offen ist, erst dann würde diese Moschee es verdienen respektiert und anerkannt zu werden. Solange ist diese DITIB-Moschee nur EINS‚ ein Symbol des türkischen Nationalislamismus mitten in Deutschland!“

Das Trikot des 1. FC Köln vermittelt vorallem eins: das Judentum gehört nach Ansicht der Verantwortlichen des #EFFZEH offenbar nicht zum prägendenden Stadtbild Kölns und hat es dehalb nicht auf das Trikot geschafft. Dies bestätigte auch der Leiter Medien & Kommunikation des 1. FC Kölns auf Rückfragen: „Die Synagoge hat eine überragende religiöse und kulturelle Bedeutung für Köln, sie ist aber als Bauwerk kein Teil der Kölner Skyline“, so Thomas Kaufmann. Nunja … vielleicht liegt das ja an den Pogromen 1938 und dem Tun bzw. Ignorieren der Taten der NS-Täter von damals. Köln bildete damals wie heute keine rühmliche Ausnahme und biederte sich spaltenden und antisemtischen Ideologie an, die in Tempeln Hass verbreiten. Und dafür steht heute nicht nur die DITIB-Moschee zu Köln, sondern auch der Kölner Dom mit seiner historischen „Judensau“. Welch‘ Farce, dass es ausgerechnet diese beiden Bauwerke auf das Trikot geschafft haben, nicht aber die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen, die das Judentum in Europa seit Jahrtausenden in vielfältiger Weise und das Stadtbild Kölns prägte …

Schmieren Sie sich Ihre gekünstelte Heuchelei mit dem Claim „Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall“ sonst wohin, Herr Kaufmann.

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