Meine Gedanken zum „6. Gedenktag des Genozids an den Yesiden“ – ein Beitrag von Thorsten Kraft

Heute vor 6 Jahren begann im Sindschar-Gebirge der Genozid an den Jesiden. An besagtem 3. August 2014 besetzte die Terrormiliz des „Islamischen Staates“ die gleichnamige Stadt im Nordirak und brachte tausende jesidische Männer um und verschleppten bzw. versklavten die dort lebenden Frauen und Kinder. Zehntausende Menschen flohen damals vor den Dschihadisten und harrten tagelang bei hohen Sommertemperaturen im Gebirge aus.

Bis heute sind etwa 400.000 Jesiden sind im Nahen Osten auf der Flucht. Das ist in etwa ein Drittel der jesidischen Bevölkerung, die als Binnenvertriebene im Nordirak bis heute in Camps leben. Noch immer sind etwa 3000 Frauen verschollen oder befinden sich in den Händen von Terroristen und dienen dem IS als Sexsklavinnen. Als „Ungläubige“ erfahren sie in ganz besonderer Weise kriegerische und sexuelle Gewalt.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen diese Gräueltaten schwer zu verurteilen, bei dem Frauen als „Kriegswaffen“ benutzt wurden um eine ganze Religionsgemeinschaft zu treffen. Die Strafverfolgung und Aufarbeitung muss ermöglicht werden; auch hier in Deutschland. Nicht zuletzt, weil Rückkehrer aus dem Umfeld der Terrormiliz IS nach Deutschland gebracht wurden und Yesidinnen auf ehemalige Peiniger stoßen können.

Da die Yesiden ein Volk sind, das sehr eng mit mit seinem Land verbunden ist, muss von der internationalen Staatengemeinschaft hart daran gearbeitet werden, den Jesiden die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen und die präkere Situation der Vetriebenen zu ändern. Das ganze Ausmaß dieser Verbrechen muss ans Licht gebracht werden. Und selbstverständlich darf dieser Genozid niemals in Vergessenheit geraten.

In diesem Sinne: „Biji Singal“ (zu deutsch: Es lebe Singal). Kein Vergessen, kein Vergeben.

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