Posse um Umbenennung von Berliner U-Bahnhof „Mohrenstraße“ – ALLE: „Nicht von Radikalen treiben lassen“

DÜSSELDORF/BERLIN, den 10.07.2020 (TK/PL). Nach der vorerst gestoppten Umbenennung des Berliner U-Bahnhofes „Mohrenstraße“ wird die Kritik am Vorgehen des Berliner Senates lauter. „Diese Posse zeigt, wie gefährlich es ist, wenn die Politik dem öffentlichen Druck radikaler Gruppierungen unüberlegt nachgibt“, sagte der Vorsitzende der Partei „Allianz der liberalen und libertären Europäer (ALLE)“, Thorsten Kraft, am Donnerstag in Düsseldorf.

Der Berliner Senat, insbesondere die zuständige Grünen-Senatorin Ramona Pop, habe „dem lauten Geschrei einer Minderheit grundlos und ungeprüft politisches Gewicht zugebilligt. Und das, obwohl Historiker längst dargelegt hatten, dass der Name ‚Mohrenstraße‘ gerade nicht rassistisch belastet ist“, betonte Kraft.

Obendrein habe man sich „mit der Auswahl des Namensnachfolgers, Michail Glinka, einem russischen Komponisten und glühenden Antisemiten, gleich doppelt blamiert“. Dass der Senat das Vorhaben nun erst einmal gestoppt habe, zeige, „wie überstürzt die politisch Verantwortlichen“ vorgegangen seien.

Der ALLE-Vorsitzende fügte hinzu: „Dies ist ein Lehrbeispiel dafür, was passiert, wenn die Politik die Forderungen, von kleinen und aggressiv auftretenden Lobbygruppen nicht gründlich prüft.“ Er hoffe sehr, „dass nicht andere Stadtverwaltungen diesem schlechten Beispiel folgen und riskieren, sich genauso lächerlich zu machen“.

Zugleich zeigte sich der ALLE-Vorsitzende bestürzt darüber, „dass vorher offenbar nicht ein einziges Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus in der Lage war, die historischen Fakten zur Causa Mohrenstraße zu benennen und von dem Vorhaben dringend abzuraten“.

Kraft forderte den Senat auf, „den Namen ‚Mohrenstraße‘ beizubehalten“ und gleichzeitig an dem U-Bahnhof eine Erklärtafel mit historischen Abläufen aufzustellen. „Dann können sich die Bürger darüber informieren, dass die Namensgebung ‚Mohrenstraße‘ auf eine respektvolle Geste des preußischen Königs Friedrich I. gegenüber ausländischen, zumal dunkelhäutigen Menschen im Berlin des 18. Jahrhunderts zurückgeht.“ Diese Tatsache den Bürgern nicht erläutert zu haben, sei „das eigentliche Versagen des rot-rot-grünen Senats“ gewesen.

Zu unserer Petition: „Keine Umbenennung der Mohrenstrasse in Glinkastrasse“ (OpenPetition)

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