Debatte um 8. Mai – Partei ALLE wirft AfD „Geschichtsverdrehung“ vor

DÜSSELDORF, 08. Mai 2020 (PM/PL). In der Debatte um einen neuen Gedenktag für Deutschland am 8. Mai anlässlich des Kriegsendes 1945 in Deutschland wird die Kritik an der AfD lauter. Der Vorsitzende der neu gegründeten Partei „Allianz liberaler und libertärer Europäer (ALLE)“, André von Schúeck, warf der AfD eine „Verdrehung geschichtlicher Tatsachen“ vor. „AfD-Fraktionschef Gauland hat sich mit seinen unerträglichen Äußerungen des Bedauerns über die Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 einmal mehr ins politische Abseits manövriert“, sagte von Schúeck am Donnerstag in Düsseldorf. Der 8. Mai 1945 sei damals selbstverständlich „ein Tag der Befreiung und ein Grund zu Freude und Erleichterung“ auch für Deutschland gewesen „und nicht etwa eine bedauernswerte Niederlage“.

ALLE-Vorsitzender von Schúeck lehnte gleichwohl die Einrichtung eines solchen Gedenktages am 08. Mai für Deutschland ab. „Dies wäre psychologisch ein fatales Signal. Ein solcher Feiertag der Befreiung würde bei vielen Bürgern den falschen Eindruck erwecken, dass Antisemitismus und Faschismus in Deutschland besiegt wären.“ Doch das Gegenteil sei der Fall: „Heutzutage nehmen judenfeindliche Ressentiments, Bedrohungen und Gewalttaten in Deutschland wieder zu“, warnte von Schúeck. Daher sei ein „Gedenktag der Befreiung so ziemlich das Schädlichste, was der Gedenkkultur in Deutschland passieren könnte“. Der ALLE-Vorsitzende sagte: „Das wäre ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen von sechs Millionen ermordeten Juden weltweit.“

Zugleich warf er der AfD vor, sie habe „auch als Opposition in dieser Debatte vollständig versagt“. Die AfD sei immer noch „von völkischen und sozialistischen Politikern“ geprägt. Daher seien die bedauernden Töne Gaulands über das Ende von NS-Deutschland verräterisch. „Wir brauchen in der Opposition keine weitere, sozialistische Partei, die obendrein Rassisten in ihren Reihen duldet“, betonte von Schúeck. „Wir brauchen stattdessen eine Politik, die den Bürgern mehr eigenverantwortliches und ethisches Handeln in einer freiheitlichen Gesellschaft ermöglicht.“ Seine Partei ALLE stehe für einen solchen Kurs.

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hatte in einem Interview mit dem RND die Idee eines neuen Gedenk-Feiertages für Deutschland am 8. Mai in Zweifel gezogen. Dieses Datum bedeute auch einen „Tag der absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit”, argumentierte Gauland.

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